Innovationspreis INNOVA:
„Brückenbau“ in der Suchttherapie
Das Diakonie-Krankenhaus Elbingerode hat sich 2008 mit einer Dienstleistung unter der Bezeichnung „Brückenbau in der Suchttherapie“ um den mitteldeutschen Innovationspreis INNOVA beworben und gewonnen! Mit dem Preis werden kreative Unternehmen ausgezeichnet.
Als Spezialist für Suchtkranke gründete das Diakonie-Krankenhaus in Elbingerode 2008 das bundesweit erste „Suchtmedizinische Zentrum“ in dieser komplexen Aufstellung mit stationären, teilstationären und ambulanten Behandlungsmöglichkeiten – von der Vorsorge über die Behandlung bis hin zur Nachsorge. Damit steht den Betroffenen in jeder Phase der Suchtkrankheit ein entsprechendes Angebot bereit.
Normalerweise ist Menschen mit einer Abhängigkeitserkrankung der Zugang zum Hilfesystem sehr erschwert. Begründet liegt das in der finanzierungsbedingten „Zuständigkeits-Bürokratie“, d. h. dem Angebot von Einzelleistungen im Suchtbereich, ohne dabei Übergänge in andere Hilfeformen vernünftig zu gestalten. Dies führt häufig zu Abbrüchen/Rückfällen bei Patienten - nach eigentlich bereits gelungenen Teilschritten.
Mit unserem Verbund stellen wir einen „Brückenbau“ zwischen den einzelnen Behandlungsformen her und helfen dem Patienten damit ganz wesentlich, das Suchthilfesystem angemessen in Anspruch nehmen zu können. Patienten gehen nicht mehr durch unkontrollierte Übergänge in der Therapie „verloren“, d. h. durch die direktere und zuverlässigere Gestaltung der Übergänge in eine andere Behandlungsform können die Therapieabbrüche verringert werden.
Die Therapie wird dabei an den einzelnen Patienten mit seinen individuellen Bedürfnissen angepasst. Dadurch wird die Behandlung zielgerichteter und somit auch besser. Heilungsprozesse im Suchtbereich laufen nicht immer linear nach einem Schema ab. Es kann auch innerhalb der vorgesehenen Schritte der Therapie zu Rückfällen kommen. Bei verändertem Therapieverlauf kann der Patient bei dem umfassenden Angebot an ambulanten, teilstationären und stationären Elementen unter „einem Dach“ sehr schnell in eine für ihn angepasste Betreuungsintensität wechseln. Das Angebot ist damit wesentlich flexibler und auf den einzelnen Patienten abgestimmt.
Der Preis wurde von Wirtschaftsminister Dr. Reiner Haseloff überreicht. Das Preisgeld wurde dem Christlichen Hospiz "Haus Geborgenheit"1 in Neustadt/Südharz gespendet.



