Bosnische Ärzte zum Erfahrungsaustausch in Elbingerode

Am Mittwoch, 27.07.2016, besuchte ein Team der psychiatrischen Klinik in Modrica im Norden Bosniens auch das Diakonie-Krankenhaus Elbingerode. Drei Ärzte (Psychiater), der Direktor, eine Sozialarbeiterin mit einer Dolmetscherin suchten den Erfahrungstausch mit ihren deutschen Kollegen hier und in drei weiteren deutschen Kliniken. In Bosnien gibt es kein differenziertes Behandlungssystem für psychisch kranke Menschen, wie es in Deutschland der Fall ist.
Chefärztin Dr. Ulrike Birth stellte den Gästen kurz die verschiedenen Bereiche des Diakonie-Krankenhauses vor. Sie erläuterte dann die Behandlungsmöglichkeiten der Abteilung für Psychosomatik und Psychotherapie in Elbingerode, die ambulante, tagesklinische, stationäre Behandlung umfassen sowie auch Nachsorge ermöglichen. Ebenfalls interessierte die Gäste das umfangreiche Angebot im Bereich der Suchtmedizin, welches von Prävention, Beratung über Entwöhnung bis zur Nachsorge reicht, und in dieser Form in Bosnien unbekannt ist. Dabei ging sie auf die Fragen der bosnischen Kollegen ein. Im Anschluss an den Austausch führte sie die Gäste durch Ihre Abteilung.
Die Klinik in Modrica verfügt über 285 Betten. Es gibt eine geschlossene Akutpsychiatrie mit einer Behandlungszeit von 3 Wochen. Für chronisch psychisch Kranke stehen 120 Betten in der Klinik zur Verfügung, deren Einzugsgebiet umfangreich ist. Die dortigen Krankenkassen übernehmen nicht für alle ihre Mitglieder die Behandlungskosten, die in Modrica behandelt werden, was die Klinik vor enorme Herausforderungen stellt. Inzwischen konnten in der Klink in Modrica bereits durch Hilfe zweier Stiftungen aus dem Ausland eine Tagesstätte für geistig/psychisch behinderte Kinder und eine Wohngruppe für psychisch kranke Erwachsene eingerichtet werden.
„Für sie sei es das Ziel, die Bedingungen für die Patienten als auch die Mitarbeiter in Modrica zu verbessern. Sie wollen auch weiter die Vorurteile über psychische Krankheiten in der Öffentlichkeit abbauen, um so Menschen zu ermutigen, sich helfen zu lassen.“ fasste Direktor Milenko Djukic ihre Perspektive am Ende des Treffens zusammen.
Der Kontakt mit Deutschland entstand durch die „Initiative für zurückgekehrte Flüchtlinge e.V.“ in Bad Sachsa. Ehemalige Asylbewerber, die wieder in ihre bosnische Heimat zurückgekehrt sind, haben um medizinische Hilfe für ihre Landsleute gebeten.
Der Krieg ist seit 20 Jahren vorbei. Die wirtschaftliche Lage, die Armut in der Bevölkerung und viele Problemgruppen ohne Krankenversicherung sind die Herausforderungen der medizinischen Versorgung der Bevölkerung. Hier zu helfen, damit Menschen wieder Vertrauen in ihr Land setzen und eine Lebensperspektive für sich entdecken, ist mit das Anliegen der Mitarbeiter der psychiatrischen Klinik in Modrica. Dr. Sabine Radtke, Fachärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie und Ihre Mitarbeiterin aus Bad Sachsa begleiteten das Team während ihres Besuches in Deutschland.

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