Multiplikatorenschulung „Flaschenpost nach irgendwo! Kinder aus suchtkranken Familien“

6. bundesweite Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien
In Deutschland leben heute mehr als 2,6 Millionen Kinder mit suchtkranken Eltern unter einem Dach. Fast jedes sechste Kind kommt aus einer Suchtfamilie. Kinder suchtkranker Eltern sind die größte bekannte Sucht-Risikogruppe. Ihr Risiko, als Erwachsene selbst suchtkrank zu werden, ist im Vergleich zu Kindern aus nichtsüchtigen Familien bis zu sechsfach erhöht. Etwa ein Drittel dieser Kinder wird im Erwachsenenalter stofflich abhängig. Ein Drittel entwickelt psychische oder soziale Störungen. Das dritte Drittel kommt – scheinbar – ohne sichtbare Schädigungen davon, doch viele von ihnen kämpfen mit Depressionen, Ängsten, psychosomatischen Störungen und nichtstofflichen Abhängigkeiten. Kinder suchtkranker Eltern haben eine starke Neigung, sich wieder einen süchtigen Partner zu suchen (www.nacoa.de).
Die NACOA-Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien (Children of Alcoholics/ Children of Addicts) lenkt in der Woche vom 8. bis 14. Februar 2015 die Aufmerksamkeit von Öffentlichkeit und Medien auf die mehr als 2,6 Millionen Kinder, die in Deutschland unter einem Suchtproblemen ihrer Eltern leiden.
Die Fachstellen für Suchtprävention im Landkreis Harz nahmen dies zum Anlass und führten erneut die Multiplikatorenschulung „Flaschenpost nach irgendwo! Kinder aus suchtkranken Familien“ am Donnerstag, dem 05.02.2015, im Diakonie-Krankenhaus in Elbingerode durch.
„Wir freuen uns auf zahlreiche Multiplikatoren der Kinder- und Jugendarbeit, LehrerInnen, SchulsozialarbeiterInnen, ErzieherInnen, Sozialpädagogische FamilienhelferInnen“, so Antje Rumpf aus der Fachstelle für Suchtprävention in Wernigerode. Ziel der Schulung ist es, die Teilnehmer zu befähigen, Kinder aus suchtbelasteten Familien zu erkennen, zu verstehen und unterstützen zu können.
Der wichtigste Schutzfaktor ist das Vorhandensein einer tragenden Beziehung zu einem anderen vertrauenswürdigen Erwachsenen außerhalb des kranken Familiensystems. „Wir können Kindern aus suchtbelasteten Familien z. B. in Kindergarten und Schule helfen, wenn wir verständnisvolle, emotional zugewandte Erwachsene sind, die ihnen ermöglichen, trotz widriger Umstände Vertrauen in sich und die Welt zu fassen“, weiß Annemarie Frankenfeld aus der Fachstelle für Suchtprävention in Halberstadt. Zur Unterstützung haben die Fachkräfte für Suchtprävention einen Handlungsleitfaden „bei verhaltensauffälligen Kindern aus suchtbelasteten Familien im Landkreis Harz“ erstellt. Diesen erhalten Sie unter www.diako-harz.de oder bei den Fachstellen für Suchtprävention.

Annemarie Frankenfeld
Fachstelle für Suchtprävention Halberstadt des ASB

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